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Wichtelwald Dippoldiswalde: Kleine Türen an den Bäumen

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Besonderer Ort · Erlebnis · Regionaler Tipp

Wichtelwald Dippoldiswalde: Kleine Türen an den Bäumen

Ein Sonntagsausflug auf Empfehlung, der schnell zur Lieblingserinnerung wurde.

Ein Bekannter hat uns nur gesagt, wir sollen da mal hingehen, und so standen wir an einem Sonntag in der Dippoldiswalder Heide vor kleinen Türen, Briefkästen und Leitern, die jemand mitten in den Wald gebaut hat.

17. Mai 20264 Minuten LesezeitDippoldiswalde · Sachsen
Waldweg in der Dippoldiswalder Heide am Beginn des Wichtelpfads

Wie wir hingekommen sind

Vom Wichtelwald hat uns ein Bekannter erzählt, der selbst schon dort war, irgendwo in der Dippoldiswalder Heide zwischen Dresden und Tharandt. Gesagt hat er dazu nur: „Geh da mal hin, ihr werdet es lieben.“ Ein Bild, eine Internetadresse oder Öffnungszeiten gab es dazu nicht, und genau so mögen wir es, denn wir wollten vorher gar nicht wissen, was uns erwartet.

Also sind wir an einem Sonntag im Mai mit der ganzen Familie hingefahren, mit einer Decke im Auto und ohne festen Plan, ganz auf gut Glück. Geparkt haben wir kostenlos direkt im Wald, und kaum standen wir am ersten Schild mit der Aufschrift „Wichtelwald“, hatten wir das, was wir lange vermisst hatten, nämlich eine echte Auszeit.

Was den Wichtelwald besonders macht

Du gehst ein paar Schritte in den Wald hinein, und siehe da, am Fuß eines Baumes steht das erste Häuschen, keine dreißig Zentimeter hoch und mit einem eigenen Briefkasten daneben. Ein Stück weiter sitzt eine kleine Tür in einem Baumstamm, als würde dahinter tatsächlich jemand wohnen, und kaum hast Du sie entdeckt, siehst Du schon das nächste Häuschen und gleich danach das übernächste. Gezählt haben wir irgendwann nicht mehr, denn neben jedem Häuschen versteckt sich noch etwas Kleines, das Du erst beim zweiten Hinsehen entdeckst.

Da gibt es Wichtelfiguren aus Moos auf kleinen Stöcken, Zäune, Leitern und Dächer aus Rinde, an einem Häuschen steht sogar ein Zaun aus Buntstiften, und an einem anderen hängt ein kleines Posthäuschen. Alles ist von Hand gebaut, und Du siehst jedem Stück an, dass sich jemand mit viel Freude Zeit dafür genommen hat. Einen Lieblingsfund hatten wir am Ende übrigens nicht, dafür war es einfach zu viel.

Gefallen hat uns auch, dass der Wald allen offensteht, kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Saison: Du gehst einfach hin, schaust und machst mit, Tag und Nacht und das ganze Jahr über.

Am meisten überrascht hat uns aber, dass es hier bei jedem Besuch anders aussieht, weil Wind und Wetter die Wichtelwelten ständig verändern. Neue kommen dazu, die alten werden moosig und wachsen langsam in den Waldboden hinein, und wer im Frühjahr da war, findet im Herbst etwas anderes vor.

Bilder · durch den Wichtelwald

Was zwischen den Bäumen steht

8 Bilder

Waldweg in der Dippoldiswalder Heide am Beginn des Wichtelpfads – wasbraucheich.de+ Waldlichtung mit den ersten Wichtelhäuschen zwischen den Bäumen – wasbraucheich.de+ Kleines Wichtelhaus aus Holz und Moos am Wegrand – wasbraucheich.de+ Wichtelhaus mit einem Zaun aus bunten Buntstiften – wasbraucheich.de+ Von Hand gebaute Wichtelwelt aus Naturmaterial im Wald – wasbraucheich.de+ Wichtel-Aufbau mit Regenbogenholz und kleinem Posthäuschen – wasbraucheich.de+ Moosbewachsene Wichtelfiguren auf kleinen Stöcken – wasbraucheich.de+ Großes Wichtelhaus mit Leiter und Holzplatte im Wichtelwald – wasbraucheich.de+

Was die Kinder daraus gemacht haben

Die Kinder sind von Häuschen zu Häuschen gerannt und haben kein einziges Mal gefragt, wie weit es noch ist, weil sie sofort verstanden hatten, worum es hier geht, nämlich ums Suchen. Wir Erwachsenen sind langsam hinterhergegangen, haben zugeschaut, gestaunt und tief durchgeatmet, so wie man es nur im Wald kann.

Irgendwann ist aus dem Anschauen dann ein Mitmachen geworden, denn hier darf jeder selbst bauen: Tannenzapfen sammeln, Rinde suchen, Moos zurechtlegen und daneben eine eigene kleine Wichtelbehausung anlegen. Auf einem Schild steht das nirgends, aber der Ort lädt so sehr dazu ein, dass wir ehe wir uns versahen alle im Laub knieten und nach dem passenden Stöckchen suchten. Spätestens da war uns klar, warum man hier auch einen ganzen Tag verbringen kann.

Praktische Infos

  • Wo: Dippoldiswalder Heide, Sachsen, zwischen Dresden und Tharandt
  • Anfahrt: mit dem Auto bis Dippoldiswalde, dann den Schildern des Sachsenforsts mit der Aufschrift „Wichtelwald“ folgen
  • Parken: kostenlos, direkt im Wald
  • Zugang: frei, ganzjährig und ohne Anmeldung, Tag und Nacht
  • Eintritt: kostenlos
  • Dauer: Nur zum Anschauen reicht eine gute Stunde. Wer selbst bauen und basteln will, kann hier gut den ganzen Tag verbringen
  • Für Familien: Kinder jeden Alters. Die Wege sind gut, deshalb geht es auch mit Senioren
  • Hund erlaubt: ja
  • Was mitbringen: bequeme Schuhe, eine Decke, ein Picknick und vor allem Zeit
  • Was zu Hause lassen: Eile und Termindruck. Das Handy darf in der Tasche bleiben

Warum wir das auf wasbraucheich.de teilen

Was wir an diesem Sonntag gebraucht haben, war am Ende ziemlich kurz: eine Decke, ein Picknick, feste Schuhe und einen Wald, in dem jemand kleine Türen an die Bäume gebaut hat. Gekostet hat uns das nichts, nicht einmal das Parken, und solche Dinge, die nichts kosten und trotzdem viel geben, sammeln wir übrigens auch in unserem Mehrwert.

Möglich gemacht hat das ein einziger Satz von jemandem, der selbst dort war, und genau so sollen Empfehlungen auf wasbraucheich.de funktionieren, von Mensch zu Mensch. Unser Tag am Prebischtor war durchgetaktet, dieser Sonntag hatte überhaupt keinen Plan, und genau deshalb ist er uns so gut in Erinnerung geblieben.

Wenn Du in Deiner Region einen vergleichbaren Geheimtipp kennst, dann schreib uns, und wir nehmen ihn auf, mit Deinem Namen oder ohne, damit noch mehr Menschen ihre Tipps von jemandem bekommen, der selbst dort war.
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Erlebt und aufgeschrieben von

Melly und Danilo

Wir sind Menschen, die sich die gleichen Fragen stellen wie Du. Was wir selbst erlebt haben, schreiben wir auf: mit echten Zeiten, echten Preisen und dem, was wir beim nächsten Mal anders machen würden.

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