Zirkelstein und Kaiserkrone: zwei kleine Berge, ein ganzer Nachmittag
Eigentlich wollten wir nur auf die Kaiserkrone.

Wie wir hingekommen sind
Von Dresden aus fährt man eine Stunde. Immer an der Elbe entlang, an Pirna vorbei, an Königstein vorbei, an Bad Schandau vorbei, und dann noch ein Stück weiter. Ganz hinten, kurz vor der Grenze, geht es rechts hoch nach Schöna. Von da an ist Schluss, weiter kommt man nicht. Eine Sackgasse mit Aussicht.
Eigentlich wollten wir nur auf die Kaiserkrone. Dann haben wir uns die Zeit angeschaut und gedacht: Wenn wir schon eine Stunde hin und eine Stunde zurück fahren, dann nehmen wir beide Steine mit. Ein Riesenaufstieg ist das ohnehin nicht. Für einen einzigen Berg lohnt diese Fahrt nicht, für zwei schon.
Kurz vor zwölf sind wir in Dresden los, um eins standen wir auf dem Parkplatz. Der kostet stundenweise, ab einem Euro, und bei fünf Euro ist Schluss, dann hast Du das Tagesticket. Wir haben für drei Stunden gezahlt und beim Ziehen zwei Euro im Automaten gefunden, die jemand vergessen hatte. So ging der Tag schon mal gut los.
Das Wetter hat wie immer mitgespielt. Nicht zu warm, die Sonne oft genug draußen, dazwischen Wolken, die es spannend machen. Man sieht es auf den Bildern.
Der Zirkelstein: erst gemütlich, dann ruckizucki
Wir haben mit dem Zirkelstein angefangen, dem kleineren von beiden. Vom Parkplatz sind es knapp einen Kilometer, gut eine halbe Stunde, und der Weg ist genau so, wie man ihn sich nach einer Autofahrt wünscht: erst ein Feldweg am Schönaer Bach entlang, dann die erste Schräge hoch.
Und dann geht es ruckizucki nach oben. Die letzten Meter führen über eine Eisentreppe direkt am Fels. Das ist kein langer, zäher Anstieg, sondern einmal kurz ran, schräg hoch, und dann bist Du oben. 380 Meter, mehr braucht es nicht.
Oben stehst Du auf einem Stein, der von unten aussieht wie ein umgedrehter Kegel, und siehst in zwei Richtungen gleichzeitig. Nach Osten hinüber ins Tal Richtung Hřensko und Bad Schandau. Und in die andere Richtung an unserem Lilienstein vorbei bis nach Pirna und Dresden.
Wir haben ein kurzes Päuschen gemacht. Eigener Salat aus dem Rucksack, etwas zu trinken, ein bisschen in der Sonne sitzen, ein paar Aufnahmen. Mehr hat es nicht gebraucht.
Einmal kurz ran, schräg hoch
Klick zum Vergrößern.
Zwischen den beiden Steinen
Runter ging es deutlich entspannter als rauf. Unten am Feld haben wir kurz Rast gemacht.
Dann wieder eingepackt, den Weg zurück nach Schöna und quer durchs Dorf. Von hier aus geht es auf der anderen Seite hoch. Der Weg heißt Caspar-David-Friedrich-Weg, und der Name ist keine Erfindung des Tourismusbüros. Der Mann war wirklich hier.
Oben auf der Kaiserkrone
Der Aufstieg zur Kaiserkrone dauert ungefähr genauso lange wie der zum Zirkelstein. Zuerst kommt der Aussichtspunkt an der Vorderseite. Dort steht ein Funkmast, und man denkt kurz zweierlei: Wir nutzen alle die Dinge, für die er da ist. Und trotzdem steht er mitten in der Aussicht.
Die Kaiserkrone besteht aus drei Felsen, auf die man hinaufkommt. Wir waren auf zweien, der dritte bleibt für das nächste Mal.
Und dann passiert etwas, das wir so nicht auf dem Zettel hatten. Von hier oben, von der anderen Seite und aus einigen Kilometern Entfernung, schauen wir wieder zu unserem Lilienstein hinüber. Und von dieser Seite sieht er tatsächlich aus wie ein Baumstumpf. Flaches Plateau, senkrechte Wände, ein breiter Sockel. Wir haben eine Weile hingeschaut und uns gefragt, ob uns das je vorher aufgefallen wäre.
Der Rest ist Weite. Richtung Süden das Prebischtor, dahinter der Rosenberg, und bei guter Sicht bis zu den Tyssaer Wänden drüben in Tschechien. Dazwischen Wald, Felder, ein paar Dächer.
Was uns an beiden Steinen am meisten gefallen hat: Es war ruhig. In der Sächsischen Schweiz gibt es größere Namen, den Lilienstein, die Bastei, die Festung Königstein, und dort teilst Du die Aussicht mit vielen. Hier hinten sind die zwei Steine mit dem wenigsten Betrieb.
Drei Felsen und der Blick hinüber
Klick zum Vergrößern.
Und dann noch etwas Warmes
Auf dem Rückweg zum Parkplatz sind wir eingekehrt.
Der Dorfladen in Schöna
Klick zum Vergrößern.
Ein Stück weiter oben, kurz vorm Parkplatz, liegt die Gaststätte Zirkelstein. Sah sehr einladend aus. Die heben wir uns fürs nächste Mal auf.
Um zwanzig vor fünf sind wir losgefahren. Dreieinhalb Stunden für zwei Berge, ein Mittagessen im Freien und ein warmes Essen am Ende.
Praktische Infos
- Wo: Schöna, Ortsteil von Reinhardtsdorf-Schöna, ganz im Osten der Sächsischen Schweiz. Rund eine Stunde ab Dresden
- Die Runde: 3,8 km, rund 200 Höhenmeter hinauf und dieselben wieder hinunter. Reine Gehzeit knapp 1 Stunde 45
- Zirkelstein: 380 Meter, ab Parkplatz knapp 1 km, rund 30 Minuten. Die letzten Meter über eine Eisentreppe
- Kaiserkrone: 350 Meter, vom Zirkelstein herüber 1,7 km, rund 50 Minuten. Drei Felsen, auf die man hinaufkommt
- Parken: stundenweise ab 1,00 Euro, ab 5,00 Euro gilt das Tagesticket
- Unser Zeitfenster: 13:00 Uhr angekommen, 16:40 Uhr abgefahren. Das reicht für beide Steine samt Pause
- Betrieb: von allen besteigbaren Steinen der Gegend die beiden ruhigsten. Kein Vergleich mit Bastei oder Lilienstein
- Mit Bahn oder Rad: Der Bahnhof Schöna liegt unten an der Elbe, das Dorf oben. Die Fahrradfahrer, die wir getroffen haben, mussten ein Stück schieben und hatten sich den Weg angenehmer vorgestellt. Wenn Du ohne Auto kommst, schau Dir vorher die Höhenmeter ab Deinem Startpunkt an
- Was mitnehmen: feste Schuhe, genug zu trinken, etwas zu essen. Wir hatten Salat dabei und haben oben gegessen
- Für Familien: kurze Aufstiege, dafür an beiden Steinen Treppen und Geländer am Fels. Wer trittsicher ist, hat hier eine der leichtesten Runden mit großer Aussicht
- Beste Zeit: klare Sicht lohnt sich hier besonders. Bei Dunst fehlt genau das, wofür man hochgeht
Warum wir das auf wasbraucheich.de teilen
Es gibt hier eine ganze Welt, in der wir nichts verdienen. Sie heißt „Was brauche ich wirklich“, und dieser Nachmittag gehört genau dorthin.
Er hat nichts gekostet außer Sprit, drei Euro Parken und dem Essen hinterher. Er hat dreieinhalb Stunden gedauert. Und übrig geblieben ist ein Blick, den wir so noch nicht kannten, obwohl wir den Berg darin seit Jahren kennen.
Manchmal braucht es keinen neuen Ort. Manchmal reicht eine andere Seite.
Wenn Du in Deiner Region einen Ort kennst, der so einen Tag hergibt, dann schreib uns. Wir nehmen ihn auf, mit Deinem Namen oder anonym. So entsteht eine Sammlung, die von Menschen kommt statt von einer Werbeliste.
Was uns sonst noch berührt hat
Echte Erlebnisse, die wir teilen: von uns, aus unserer Gemeinschaft, aus Deiner Nachbarschaft.
Prebischtor und Edmundsklamm: Touristenziel, und jeden Schritt wert
Jahrelang auf der Liste. Diesmal haben wir es geschafft.
Story lesenWichtelwald Dippoldiswalde: Ein Sonntag, der bleibt
Ein Bekannter sagte nur: geh da mal hin. Mehr Beschreibung gab es nicht.
Story lesenHofläden in der Lausitz
Bauernhöfe mit eigenem Verkauf. Erlebnisbericht folgt.
In VorbereitungAlles auf wasbraucheich.de, zusammen gedacht
Wir denken in Welten, nicht in Kategorien. Such Dir aus, was zu Deinem Moment passt: Empfehlungen, Regional, Lebensbereiche, Mehrwert.
Marken, die wir verstanden haben
Bedarfslisten, bei denen wir jede Provision offen nennen. Pro Empfehlung steht eine Begründung.
Empfehlungen ansehen →RegionalAnbieter in Deiner Region
Hofläden, Manufakturen, Begegnungsorte, geprüft nach sieben Werten.
Karte öffnen →Du bist hierLebensbereicheWas Du wirklich brauchst
Aktuelles-Geschichten, regionale Tipps, ehrliche Empfehlungen. Redaktionell und unabhängig.
Reinlesen →MehrwertWerkzeuge & Wissen
Plattformen, Open Source, kostenfreie Helfer, werbefrei für Deinen Alltag.
Mehrwert entdecken →Mehr von wasbraucheich.de
Weiterführende Welten, alle mit eigener Bühne, eigener Farbe, eigener Logik.